Die Landschaft in der ehemaligen Wiedingharde verändert sich zunehmend durch Windräder, Mais, Biogasanlagen und Solaranlagen. Hierbei sind die Windkraftanlagen besonders dominierend. Der Anblick von Windkraftanlagen hat durchaus ästhetische Züge. Je weiter diese jedoch in die Nähe von Wohnhäusern rücken, um so bedrohlicher kann die von ihnen ausgehende Wirkung auf den Menschen sein.

Christian-Albrechts Koog

Christian-Albrechts Koog

Würden die Windräder effektiv zur Energiewende beitragen, sind die negativen Folgen hinzunehmen. Zur Zeit kann der Strom allerdings zum großen Teil noch nicht in die Netze eingespeist werden, muss aber aufgrund entsprechender Regelungen des EEG trotz alledem von den Energieversorgern angekauft werden. Faktisch wird ohne den Netzausbau mit jedem neuen Windrad mehr Strom produziert, der nicht bei den Verbrauchern ankommt, aber trotzdem teuer zu bezahlen ist.

Besonders ärgerlich ist hierbei , dass die Gemeinden der Betreiber stets darauf bedacht sind, Ihre Windparks möglichst weit vom eigenen Dorf entfernt zu bauen. Aber wer hat schon gerne Windräder vor der eigenen Haustür.

Auswirkungen politischer Korrekturen des EEG

Das “Erfolgsmodell” Bürgerwindpark ist zur Steigerung der Akzeptanz von Windkraftanlagen vor der eigenen Haustür entwickelt worden. Die Neuerschließung weiterer Windparks bringt den Ausbau der Erneuerbaren Energien ohne den Netzausbau nicht mehr weiter. Es gehe zur Zeit nur noch darum, dass die von der Bundesregierung beschlossenen Zahlen erfüllt werden, stellte mir ein zuständiger Referatsleiter der Bundesnetzagentur in der vergangenen Woche in einem Gespräch dar.

Die Auswirkungen politisch erforderlicher Korrekturen des EEG wurden auf dem Kongress “New Energy” in Husum vom 21. bis zum 24. März diskutiert.

Nun fürchten viele Betreibergesellschaften, daß Ihre Windparks unrentabel werden. Wird es auch Auswirkungen auf die projektierten Windparks in Emmelsbüll-Horsbüll und Galmsbüll geben?

Unqualifizierte Gegenwehr

Es gibt immer mehr gute Argumente gegen einen vorschnellen Ausbau der Windkraft und es gibt auch immer mehr Gegenwehr. Währen die einen versuchen wirtschaftlich möglichst umfangreich von neuen Windparks zu profitieren kommt von den anderen eine allzu oft unqualifizierte Gegenwehr.

“Gier, die durch Subventionen gezüchtet wird, eine verantwortungslose Politikerschar, die ihre persönlichen Interessen geschickt unter Wetterretter- und Gutmensch-Mäntelchen verstecken und seit Jahrzehnten gemästete Profiteure (durch EEG, …), hinterlassen verbrannte Erde.”

Bei windwahn.de sind viele dieser Beiträge und Kommentare zu finden, die im Kern meistens etwas wahres beinhalten. Aber leider vergreift man sich hier auch oft genug im Ton, was dazu führt dass die Gegenwehr nicht ernst genommen wird. Unter obigem Link ist auch ein Zeitungsartikel über Initiative eines Anwohners des Galmsbüller Bürgerwindparks im Christian-Albrechts-Koog nahe Galmsbüll zu finden.

Die Zielsetzungen der Energiewende

“Die Bürger wünschen sich eine Regierung, die etwas versucht, aber auch davon ablässt, wenn es nicht funktioniert. Die Energiewende ist so ein Fall. Sie bringt nichts fürs Klima und schadet der Industrie.”

Durch die Energiewende wurden insbesondere aufgrund neu errichteter Kohlekraftwerke im Jahr 2012 in Deutschland soviel Treibhausgase emittiert wie niemals zuvor. Bisher haben die erneuerbaren Energien es nicht geschafft, die fossilen Energieträger zu ersetzen. Die Förderung der erneuerbaren Energien schadet der Wirtschaft und dem Verbraucher, während die Klimaziele nicht erreicht werden.

Überproduktion von Strom aus Windkraftanlagen

Durch die Förderung aufgrund des EEG werden mehr Windkraftanlagen gebaut als kurzfristig benötigt werden. In Folge wird der produzierte Strom immer häufiger nicht eingespeist, um eine Überlastung der unterdimensionierten Netze zu vermeiden. Grund hierfür sind vor allem der zu langsam fortschreitende Netzausbau und die fehlenden Technologien zur Speicherung des Stroms.

Reguliert durch das EEG muss der Windstrom trotz allem vorrangig ins Netz eingespeist werden. Hierdurch können die Betreiber herkömmlicher Kraftwerke, die die Versorgungsicherheit gewährleisten, ohne zusätzliche Subventionen nicht mehr wirtschaftlich arbeiten. Gleichzeitig profitiert nur ein geringer Teil der Bevölkerung von den Erträgen aus der Windkraft, während der Großtel der Stromverbraucher, diese Umstände mit hohen Strompreisen finanzieren muss.

Dieser Zusammenhang wird im Artikel “Örtliche Flaute” im Technologie Review des Heise Verlages vom 13.03.2013 plausibel dargestellt.

Im Einzelfall kommt es sogar zu Konstellationen, bei denen direkte Anwohner geplanter Windparks alle Folgen der Anlagen hinnehmen müssen, ohne von Ihnen zu profitieren. Ein Beispiel hierfür ist die Erweiterung des Bürgerwindparks Galmsbüll im Christian-Albrechts-Koog.

Link

“Wird die Stromerzeugung günstiger, weil die Anlagen besser und preiswerter werden, müssen die Subventionen gesenkt werden, sonst explodieren die Strompreise.”

Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) garantiert die Höhe des Ankaufspreises für Strom aus Windkraft, was durch den höhren Verkaufspreis des Stroms an den Verbraucher reguliert wird. Nach Aussage Lackmanns ist aber eine Förderung und Subentionierung lange nicht mehr erforderlich und ungerechtfertigt.

Abgeordnete der Galmsbueller Waehler bei Facebook

Die Freude der 240 am Bürgerwindpark Galmsbüll beteiligten Familien “über eine neue Einnahmequelle” kann ich teilen. Ebenso erfreulich ist das Erreichen der politischen Zielsetzung, durch Bürgerwindparks die Akzeptanz von Windrädern vor der eigenen Haustür zu steigern. Noch erfreulicher wäre es wenn die Empfehlungen des Landes und die daraus abgeleiteten Beschlüsse der Gemeinden nicht zu einem Ausschluss von Anwohnern mit Nebenwohnsitz führen würden.

Bürgrwindpark Galmsbüll

Herzlich Willkommen zum Windparkblog

Ich begrüße Sie herzlich zur Veröffentlichung dieses neuen Blogs. Windparknet wird sich beispielhaft den Bürgerwindparks Galmsbüll und Emmelsbüll-Horsbüll widmen.

Im Norden der Republik entstehen nicht nur in Schleswig-Holstein mit Unterstützung der Länder und des Bundes immer mehr Windparks mit Bürgerbeteiligung. Bisher kann man den Eindruck gewinnen, dass diese Vorhaben von der ländlichen Bevölkerung sehr positiv angenommen und kaum kritisch betrachtet werden. Mit diesem Blog möchte ich allen Interessenten eine Plattform bieten, sich sachlich und unbefangen mit dem Thema auseinanderzusetzen und zu diskutieren.

Die Beispiele sind als exemplarisch zu betrachten. Ich hoffe auf eine vielfältige Beteiligung am Blog und freue mich auf eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Thema. Selbstverständlich können auch andere Windparks in eigenen Rubriken behandelt werden.

Anregungen können jederzeit als Nachricht an mail(at)windparknet.de oder in einem Kommentar verfasst werden. Auch gibt es die Möglichkeit, sich mit einem eigenen Benutzerkonto zu beteiligen.

Ihr Lars Sörensen